Cineastisches Open-Air Naturerlebnis auf dem Pfarrhof Schönwalde
Filmfestival mit drei ausgezeichneten
Dokumentationen im August
Schönwalde a.B Der Freundeskreis Pfarrhof Schönwalde lädt im August wieder zu drei Filmvorführungen unter freiem Himmel des Naturerlebnisraums ein. Auf dem Programm stehen drei höchst unterschiedliche Dokumentarfilme. Ihnen ist jedoch eines gemeinsam, was jede wertvolle Dokumentation ausmacht: Einfühlung, Genauigkeit, Respekt vor dem Gegenstand und der Wunsch, „das, was man sehr liebt, mit möglichst vielen anderen Menschen zu teilen“, wie es Wim Wenders formulierte.
Die Vorführungen finden im Naturerlebnisraum Pfarrhof Schönwalde (Navigation: Jahnweg 2) statt und beginnen jeweils um 21 Uhr. Bereits eine Stunde zuvor lädt der Freundeskreis zum Come-together bei Getränken und Snacks vor der Pfarrscheune auf dem Gelände des Pfarrhofes ein. Die Einnahmen und Spenden des Abends kommen der Erhaltung und Pflege des Naturerlebnisraums zu Gute. Der Eintritt zu den Filmabenden ist frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich. Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch die Prokon eG. Die Energiegenossenschaft betreibt einen Windpark in der Gemeinde Schönwalde und fördert regelmäßig Projekte zur Förderung des Gemeinwohls. „Wir freuen uns sehr, das Projekte des Kino-Sommers im Naturerlebnisraum Schönwalde in diesem Jahr unterstützen zu können“, sagt Katharina Beyer, Vorständin der Prokon eG.
Den Anfang macht am 1. August der vielfach ausgezeichnete Film „Mein Lehrer, der Krake“ von Craig Foster aus Südafrika.
Während eines schweren Burn-out-Syndroms 2010 versucht Foster beim Schwimmen und Schnorcheln in den Gefilden seiner Jugend wieder in Einklang mit der Natur und seinem Leben zu kommen. Dabei stößt er auf ein Krakenweibchen mit dem er sich anfreundet. Diese Begegnung wird ihn dramatisch prägen.
Die Dokumentation ist weit mehr als die wissenschaftliche Dokumentation eines artenreichen Ökosystems – sie wird auch als Beziehungsgeschichte, beinahe als -drama inszeniert. Sieben Jahre ist er fast täglich, auch mit der Kamera, im Kontakt mit dem Oktopus, und es baut sich ein scheinbar vertrauliches Verhältnis zwischen beiden auf.
Darauf aufbauend entsteht über drei Jahre im Team mit der Tierfilmerin Pippa Ehrlich der Film, der tiefe Einblicke in das Ökosystem des Kelpwaldes und das wenig erforschte Verhalten der Tintenfische. „Mein Lehrer, der Krake“ ist eine herausragende Unterwasserdokumentation. „Dieser Naturfilm schafft es, eine Tierart nicht zu sehr zu vermenschlichen, ihre Biologie und ihr Verhalten bis ins kleinste Detail zu beschreiben und dabei trotzdem große Gefühle zu erzeugen. Der Filmemacher wird Teil seiner Geschichte – und es ist gerade diese persönliche Wandlung des Erzählers, die einen als Zuschauerin dazu anregt, auch das eigene Verhältnis zur Natur und zum Leben zu hinterfragen. Zu spürbar wird in jeder Szene, wie verletzlich, wie vergänglich wir selbst sind und all die bemerkenswerten Wesen, die mit uns auf diesem Planeten leben. Vielleicht braucht es diese großen Gefühle, um es mit dessen Schutz endlich ernst zu nehmen.“ (Dagny Lüdemann, Die Zeit)
Am 15. August dokumentiert „Unsere große kleine Farm“ die Vision von Molly und John Chester. Sie wollen eine Farm gründen, die im Einklang mit der Natur arbeitet. Bis dahin leben sie mit ihrem Hund in einer Stadtwohnung. Es gelingt ihnen Geldgeber zu finden und übernehmen völlig unerfahren eine brach liegende Farm mit ruinierten Böden. Glücklicherweise finden sie einen fachkundigen Berater und Mentor, der ihnen hilft, die Farm mit Methoden aus der Permakultur ökologisch aufzubauen. Diese Entwicklung wird über sieben Jahre mit allen Höhen und Tiefen dokumentiert.
Am 29. August zeigt der Freundeskreis mit „Das Salz der Erde“ ein besonders ausgefallenes Portrait des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado, der seit 40 Jahren auf allen Kontinenten die Spuren unserer sich wandelnden Welt und Menschheitsgeschichte dokumentiert.
Der Film zeigt Leben und Arbeit aus der Perspektive zweier Regisseure: der seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, der seinen Vater in den vergangenen Jahren oft mit der Filmkamera begleitete, und der von Wim Wenders, Bewunderer von Salgados Fotokunst, selbst Fotograf und einer der großen Filmemacher unserer Zeit. Der Film wurde unter anderem in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury Un Certain Regard ausgezeichnet.
Bildunterschrift:
Der Naturerlebnisraum „Historischer Pfarrhof Schönwalde“ bietet eine imposante Kulisse für die fünfte Auflage des Kino-Sommers unter dem Blätterdach der alten Bäume. 2026 werden an drei Abenden preisgekrönte Dokumentationen gezeigt.
Dr. Michael Schmidt
V.i.S.d.P
Mein Lehrer, der Krake
Ein Mann, ein Tauchgang, ein Oktopus – und eine ungewöhnliche Freundschaft vor der Küste Südafrikas. Craig Foster taucht ein Jahr lang täglich ohne Sauerstoffgerät in einem Tangwald und gewinnt dabei das Vertrauen eines Kraken. Die berührende, oscarprämierte Netflix-Dokumentation erzählt, was wir über uns selbst lernen können, wenn wir uns wirklich auf ein anderes Lebewesen einlassen. Ideal für einen Sommerabend unter freiem Himmel.
Das Salz der Erde
Regisseur Wim Wenders porträtiert gemeinsam mit Juliano Ribeiro Salgado den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado, der über Jahrzehnte hinweg Kriege, Hungersnöte und die Schönheit unberührter Natur in eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Bildern festgehalten hat. Eine bewegende Reise durch das Leben und Werk eines Ausnahmekünstlers – und die Geschichte, wie er nach all dem Leid, das er dokumentierte, seinen Frieden mit der Menschheit und der Erde wiederfand. Ausgezeichnet in Cannes.
Unsere große kleine Farm
Ein Ehepaar verlässt die Großstadt und verwandelt ödes Farmland vor den Toren von Los Angeles über acht Jahre hinweg in eine blühende, vielfältige Farm im Einklang mit der Natur. Mit Geduld, Rückschlägen und viel Herzblut entsteht ein lebendiges Ökosystem aus Tieren, Pflanzen und Menschen. Eine mitreißende, bildgewaltige Dokumentation über Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und den Mut, neu anzufangen. Ideal für einen Sommerabend unter freiem Himmel.